Dienstag, 5. August 2014

Alles über Tattoos: Before-, While- & After-Care

Hallo, meine  Lieben!

Ich bin Jenny, blogge haupt-bloggerisch auf imaginary-lights.net und habe heute einen Gastpost für euch, nämlich über Tattoos, sowie deren Pflege!
 

Ich selber habe 11 Tattoos, davon sind 3 Stück Schriftzüge und der Rest mehr oder minder bunte Bildchen. Bilder davon kommen wann anders, denn heute geht es ja nicht um mich, sondern um euch!


 
Before:

Der erste Schritt, der natürlich vor allem steht, ist die Motivwahl. Ihr braucht kein genaues Motiv, aber natürlich ist es von Vorteil, wenn ihr eins habt (z.B. aus dem Internet!). Wenn ihr keins habt, so macht euch Gedanken: Soll es ein Schriftzug werden, wenn ja welcher? Soll die Schrift eher verrungen oder eher "normal" sein? Wenn nicht, womit soll euer Motiv zusammenhängen? Etwas Maritimes, vielleicht ein Fisch?
Außerdem solltet ihr natürlich wissen, ob ihr das Tattoo in schwarz-weiß haben wollte, oder in bunt. Und natürlich ein paar Vorschläge für die Stelle sammeln.
Hier ist mein Tipp: Seht euch im Internet um, so könnt ihr alles eingrenzen oder findet vielleicht sogar euer Traumtattoo.
Ich persönlich zeichne alle meine Tattoos selber, so bin ich auf der sichersten Seite, dass es genauso ist, wie ich es gerne hätte. Für alle, die nicht so kreativ sind, ist z.B. Deviantart auch eine gekonnte Anlaufstelle für gescheite Motive.

Sobald ihr ein Motiv gefunden habt, geht es ran an die Tätowierer-Suche. Auch hier gilt dasselbe, wie beim Piercer: Ihr müsst eine Person finden, die euren Vorstellungen entsprechend tätowiert (aber auch eurer Vorstellung entsprechend Preise erhebt), in deren Gegenwart ihr euch wohl fühlt (gfls. müsst ihr für so ein Tattoo mehrere Stunden einplanen... und wenn man die Person, die da rumwerkelt, nicht leiden kann...naja :D) und der ihr vertraut - schließlich bringt derjenige Farbe unter eure Haut und da spielt Vertrauen eine große Rolle.
Ebenfalls wie beim Piercing gilt auch hier: Informiert euch bei Freunden und Bekannten über Qualität, Preis und Umgang des Tätowierers, allerdings lassen sich meist auch im Internet die Arbeiten bestaunen und dort sieht man meist auch schon, ob derjenige Ahnung von der Materie  hat und ob die Arbeiten/der Stil einem zusagt, oder eben nicht.
Der Preis sollte nicht die Rolle spielen - Ihr müsst mit eurem Tattoo ein Leben rumlaufen: Also spart lieber ein paar Monate mehr, als nach 2 Monaten unglücklich mit dem verhunsten Tattoo zu sein.
Ansonsten gilt, wie folgt:
  • Geht es dort hygienisch zu, auch was die Ausstattung angeht? Sprich, ist alles sauber, kein Schmutz etc. vorhanden?
  • Wie sieht es dort im Studio aus? Sagt mir das Studio, die Atmosphäre zu, kann ich mich dort wohlfühlen?
  • Arbeitet der Tätowierer hygienisch? Auch hier geht es um essentielle Dinge, wie die Arbeit mit Handschuhen (Ansonsten besteht immernoch die Gefahr ansteckender Krankheiten!), sowie das Arbeiten mit sterilen Nadeln zum tätowieren (s.o.).
  • Arbeitet der Piercer ordentlich/Versteht er sein Handwerk? Dies ist der Punkt, den man gut im Vorfeld recherchieren kann. Haben eure Freunde Tattoos, so seht sie euch an. Ist alles sauber gestochen? Keine ungewollten verwackelten Ränder? Lagen schon einmal Komplikationen während oder nach dem Tätowieren vor?
Denkt immer daran: Ihr behaltet das Bild euer ganzes Leben auf dem Körper, also spart nicht an Recherche und erst recht nicht am Geld.
Ich war bis jetzt bei 3 verschiedenen Tätowierern und habe endlich meinen Stammtätowierer gefunden. Dort stimmt einfach der Umgang, der Preis und die Leistung und das schätze ich wirklich sehr, auch wenn ich bis zu ihm eine 1,5h Busfahrt auf mich nehmen muss: Das ist es mir wert.
Allerdings: Es gibt natürlich Tätowierer, die sich auf spezielle Motive spezialisiert haben; einen enormen Unterschied merkt man wohl am Portrait-Tattoo. Klar, sagen viele, dass sie es können, doch besonders hier solltet ihr euch im vorhinein Tattoos ansehen, da hier viele Proportionen und Details gefordert und meist leider nicht erfüllt werden.

While:
Natürlich gibt es auch einige Dinge am Tag des Stechens zu beachten, das sind zwar nur Kleinigkeiten, aber dafür kann es gefährlich werden, wenn diese unbeachtet bleiben!
  • schlaft aus, oder nehmt euch die Zeit zu schlafen! Gut, jeder Mensch hat seine individuelle optimale Schlafzeit, bei mir wären das vermutlich 24h, aber ihr wisst, was ich meine :p
  • frühstückt schön ausgiebig
  • vergeßt nicht, etwas zu trinken einzupacken (bei meinem Tätowierer gibt es immer etwas im Kühlschrank, hihi, Sparkling Eistee :))))
  • seid gesund!
Diese 3 ersten Dinge sind wirklich furchtbar wichtig, vorallem für's erste Tattoo. Natürlich geht es hierbei primär um den Kreislauf, denn ich glaube nicht, dass ihr dem Tätowierer von der Matte kippen wollt (;
Nach dem ersten Tattoo weiß man selbstverständlich, worauf man sich einlässt, ich kann das mittlerweile recht gut einschätzen (ich trinke eigtl. immer echt wenig und habe mir für mein erstes Tattoo förmlich die Blase zugeschüttet xD).
Und die letzte Regel hat 1. etwas mit Ansteckungsgefahr zu tun - Je nachdem wie nah der Tätowierer an euch arbeitet, ist es eher unschön, wenn ihr ihm dann in den Nacken oder in's Gesicht niest, 2. Geht euer Kreislauf bei Krankheit natürlich schneller flöten; Der Körper strengt sich an, gesund zu werden und im zweiten Moment kommt noch eine andere "Verletzung" hinzu, die bekämpft werden will. 3. Verheilt euer Tattoo nicht so schnell: Traurig aber wahr, das Immunsystem ist geschwächt und Wunden heilen langsamer, ganz einfach.

Was passiert beim Tätowieren?
Mithilfe der vielen kleinen Nadeln wird die Farbe unter die Haut gebracht; hierbei ist es wichtig, dass die Farbe nicht nur in die oberste Hautschicht gestochen wird, sondern ein wenig tiefer, allerdings auch nicht zu tief. Also wird die Tattoofarbe in die Dermis, also die mittlere Hautschicht, hineingetragen.  Da dies eine "Verletzung" der Haut darstellt, setzen nun sogenannte Fibroblasten ein, bewegliche Bindegewebszellen, die die Wunde versuchen zu verarbeiten und so die Wundheilung einleiten. Da die Farbe unter der ersten Hautschicht eingebracht ist, wird sie allerdings nicht mehr abgestoßen, sondern bleibt, wie ein Fremdkörper, in der Haut "eingearbeitet", nach einigen Tagen entsteht, wie bei einer Wunde Wundschorf.

Tut es weh?
Ihr glaubt garnicht, wie ich diese Frage hasse - Schmerz ist ein vollkommen subjektives Gefühl, jeder empfindet ihn anders. Ich für meinen Teil finde, dass sich tätowieren in etwa anfühlt, wie eine Schirfwunde, schon schmerzhaft, aber gerade zu verkraften :p Manchmal zieht es natürlich, aber das sind für mich eher die Stellen, die nicht direkt über dem Knochen, sondern im Fettgewebe liegen (z.B. Hüfte, Oberarm, Oberschenkel). Für andere wiederrum, sind Tätowierungen auf Knochen unangenehm.



After:
Auch nach dem Stechen ist sehr viel zu beachten; Auch unmittelbar danach solltet ihr mit dem Trinken nicht sparen! Ihr bekommt außerdem eine Folie auf das Tattoo, damit das Wundwasser nicht eure Kleidung einnässt und diese demzufolge an euren im Tattoo hängen bleibt (IHR GLAUBT NICHT, WIE UNANGENEHM DAS IST! :D). Das handhabt jeder Tätowierer anders, manche sagen "eine Nacht draufbehalten", andere nur eine Stunde - Ich löse die Folie generell sobald ich zuhause bin. Im Anschluß daran, "wasche ich das Tattoo kurz aus", heißt, dass ich es vorsichtig mit lauwarmen Wasser (ohne Seife!) auf einem Tuch, das bitte nicht fusselt!, abtupfe.

Die ersten paar Tage creme ich es dann regulär mit Panthenol Salbe ein, da diese schön reichhaltig und fettig ist. Wenn der Tätowierer euch irgendeine Creme andrehen will...Nein! Panthenol reicht echt vollkommen aus. Zum einen hat Bepanthen natürlich den wundheilenden Effekt, zum anderen fettet sie eure Haut gut ein. Ich creme mein Tattoo im Durchschnitt 3x täglich ein.
Aber wieso keine Vaseline? Vaseline fettet eure Haut im Grunde nur ein, hat aber keinerlei wundeheilenden Effekt, aber schließlich wollt ihr ja auch, dass euer Tattoo schnellstmöglich verheilt. Außerdem zieht Vaseline sehr sehr langsam ein und verschließt zudem die Poren der Haut, sodass sie nicht "atmen" kann und, wie gesagt, auch kaum verheilen kann.

Nach 3-5 Tagen, je nachdem, ob die Farbe schon gut rausgezogen ist (das sind die tollen "Fisselchen" die abfallen :D haha), fange ich an, die Haut mit einer leichteren Creme einzucremen, wichtig ist, dass die Creme trotz allem fettet, allerdings Parfum-  und Zusatzstofffrei ist. Hierfür eignet sich die Balea Med Reihe wunderbar!
Was ihr dennoch beachten solltet:
  • verzichtet nach dem Stechen 4 Wochen auf direkte UV-Einstrahlung, sei es durch die Sonne oder Sonnenbank - ein Tattoo kann sehr schnell verblassen
  • verzichtet nach dem Stechen 2 Wochen auf ausgiebige Bäder und auf Schwimmbadbesuche, da sie die Haut aufweichen und die Farbe ausschwämmen können
  • behaltet das Tattoo im Auge, schaut, wie sehr die die Farben verblassen und ob sie nachgestochen werden müssen; Farben verblassen in der Regel schneller als schwarz. Sollte das der Fall sein, informiert euren Tätowierer!
So, das war jetzt mal mein sehr sehr ausführlicher Bericht über Tätowierungen :'D Solltet ihr bis jetzt gelesen haben und immernoch Fragen haben, dann her damit. Ich bin ja ein kleiner Tattoo-Hase.


Liebe Grüße

b8

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