Dienstag, 16. September 2014

Die Unknown - eine etwas andere Buchmesse

Deutschland hat mit die meisten Literaturnobelpreisträger und trotzdem haben es deutsche Autoren sehr schwer. Auf der einen Seite drängt eine Flut von über 1000 Neuerscheinungen pro Tag auf den deutschen Buchmarkt. Zum anderen wollen die meisten großen deutschen Verlage auf Nummer sicher gehen und kaufen meistens Lizenzen von Büchern ein, die im Ausland schon sehr erfolgreich waren, um sie dann mit viel Aufwand und Werbegeldern auf den deutschen Markt zu plazieren. Jeder – und sei es ein auch noch so guter Autor – hat es da schwer mehr als nur in einem völlig übersättigten Markt vor sich hin zu dümpeln. Mehr als nur Achtungserfolge sind da selten. Was auch eine Erklärung für die immer einheitsbreiiger werdende Buchszene darstellt. Oder habt ihr in letzter Zeit von neuen frischen Buchideen von noch nicht verbrauchten (deutschen) Autoren gehört? EBEN!


Doch gibt es immer noch Versuche die bunte deutsche Literatenszene zu fördern und in das rechte Licht zu rücken.
Jürgen Dammann hatte zum Beispiel eine Idee, wie man auch diesen Autoren und den zumeist ebenso idealistisch arbeitenden Kleinverlagen eine Stimme geben kann und hat so die Unknown ins Leben gerufen. Eine Messe für Selfpublisher, Kleinverlage und dessen Autoren. Diese Messe fand nun zum zweiten Male statt, dieses Mal auf der zum Unesco-Weltkulturerbe ernannten Zeche Zollverein. Das für eine solche Messe wirklich bedarf besteht, konnte man schon daran sehen, daß sich weit über 50 Autoren aus ganz Deutschland auf dem Messegelände tummelten und von den Besuchern bewundert werden konnten. Leider hielt sich der Besucherandrang, trotz regelmäßigen Radiospots und Presseberichten in überschaubaren Grenzen, da es dem Veranstalterteam der Messe kurzerhand untersagt wurde auf oder vor dem Gelände der Zeche Zollverein Werbung – sei es durch das Anbringen von Plakate, Fahnen und dergleichen oder dem Verteilen von Flyern) Werbung zu machen. Trotzalledem hatten alle Anwesenden großen Spaß an der Messe. Die Autoren, weil sie unter Gleichgesinnten waren, die mit ähnlich viel Mühe und Fleiß an ihren Büchern arbeiteten, wie sie selbst und auch die Besucher plauschten gerne mit den anwesenden Autoren, schauten sich ihre bunt dekorierten Büchertische an oder lauschten geduldig dem weitgefächerten und zahlreich angebotenen Leseprogramm, und waren froh, daß ein oder andere mit Liebe geschriebene Kleinod für sich erobern zu können.


Und so möchte Familie Dammann auch nächstes Jahr die Unknown zu einem Erfolg führen. Wir dürfen gespannt sein, ob wir wieder ein großes und buntes Potpourri an Autoren vorfinden können, die mit viel Enthusiasmus und Elan ihre Bücher der breiten Öffentlichkeit vorstellen möchten.
Einige Lesungen (die auf der Unknown mitgeschnitten wurden):

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