Mittwoch, 3. September 2014

Jennys Autorengeplauder: Teaser zu Soultaker- Dämonenblut

Heute habe ich für euch einen Teaser aus meinem bald erscheinendem Roman Soultaker- Dämonenblut. Es ist der Beginn des Buches, in dem Lenah und Jason mit Raphael und seinen Vorwürfen konfrontiert werden.
Wenn du neugierig wirst, findest du hier noch einen Schnippsel. Beide Teaser sind noch unlektoriert.

Coverteaser #1 Jennifer J. Grimm Soultaker


 

»Jace?« Sie schielte durch den Türspion. Mist, wo blieb er denn? Sie waren verabredet und jetzt stand sie vor verschlossener Tür.
»Jason!«, rief Lenah mit erhobener Stimme. So nannte die junge Frau ihn nur, wenn sie genervt war. Sie fuhr mit der Hand durch die braunen Haare, die ihr knapp bis zur Schulter fielen.
Mit einem Seufzen griff sie in ihre Handtasche. Sie holte einen Schlüssel hervor, der einsam an einem Schlüsselring hin. Jason hatte ihn ihr gegeben, aber ohne ihn fühlte sie sich nicht wohl in dem riesigen Appartement. Für ihren Geschmack war es zu groß und zeigte ihr deutlich den Unterschied zu ihrem eigenen gesellschaftlichen Stand.
Lenah schob die aufgeschlossene Tür auf und warf den Schlüssel auf die Kommode. Wie die gesamte Einrichtung in dem weitläufigen Penthouse strahlte auch der Eingangsbereich edles Understatement aus. Trotzdem kostete jedes Möbelstück mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr, als Lenah bei der Manhattan News im Jahr verdiente. Seufzend schob sie die Tür hinter sich zu und legte ihre Umhängetasche ebenfalls auf das Möbelstück.
Direkt an den Flur schloss das einladende Wohnzimmer an. Sie ging zu der, im Antik-Look weiß lackierten Kommode und schob die offenstehende Schublade zu. Wo er vorbei wirbelte, hinterließ ihr Freund Chaos. Diese Unordentlichkeit machte sie nervös, deshalb bückte sie sich nach dem Stück Wollstoff auf dem Boden.
»Hoffentlich erledigst du wenigstens deine Arbeit ordentlich«, murmelte sie und hängte den unifarbenen Schal an die Garderobe.
Zwei Stufen grenzten den Eingangsbereich vom Wohnbereich ab. Das schummrige Licht des aufgehenden Mondes leuchtete durch die bodentiefen Fenster. Draußen wurde es schon dunkel, obwohl es erst kurz vor 20 Uhr war. Lenah zog die bodenlangen Vorhänge zu, bevor sie das Licht anschaltete. Sie wusste dass es unsinnig war, sie befand sich in der 11. Etage und niemand konnte in die Dachsuite hinein sehen.  Trotzdem wiederholte sie das Ritual jeden Abend.
Mit einem erneuten Seufzer sah sie auf die Uhr.
»Wo bleibst du nur?« Das sah Jason nicht ähnlich. Er hasste es, sich zu verspäten.
Vielleicht hat er noch einen Kunden eingeschoben? Oder hat er unsere Verabredung vergessen? Sie griff nach ihrem Handy. Bei seinem Job als Immobilienmakler kam es öfter vor, dass Jason spontan Besichtigungen durchführen musste. Gerade als sie seine Nummer gewählt hatte, klingelte es an der Tür. »Na endlich!«, rief Lenah erleichtert aus und sprang von der riesigen Sofalandschaft auf. Sie lief zur Tür.
»Da bist du ja end-« abrupt verstummte sie.

Vor der Tür stand nicht Jace. Im Gegenteil, der Mann mit der Glatze, hatte keinerlei Ähnlichkeit mit ihm. Er trug dunkle, enge Jeans und ein Hemd. Unter den hochgekrempelten Ärmeln blitzten Tattoos hervor.
»Kann ich … Ihnen weiterhelfen?«, fragte sie nach ihrer kurzen Musterung.
»Ich suche Jason Mayer.« Ohne Umschweife musterte er Lenah. Er sah irritiert aus, als hätte er nicht mit der Anwesenheit einer Frau gerechnet. Sie konnte es ihm nicht verübeln, Jason hatte nicht den Ruf ein Frauenheld zu sein. Ihre Beziehung hielt er so gut wie nur möglich aus der Öffentlichkeit heraus.
»Oh, er ist nicht zuhause«, antwortete Lenah und fühlte sich unwohl unter seinem neugierigen Blick. Seine Augen verengten sich fast unmerklich und für einen Moment erinnerte sie sein Gesicht an ein Raubtier auf Beutezug.
»Kann ich Jace etwas ausrichten?« Unwillkürlich umgriff sie die Türklinke.
»Wie unhöflich von mir.« Er hielt ihr die Hand hin. »Mein Name ist Raphael.« Das darauffolgende, durchaus charmante Lächeln bescherte Lenah eine Gänsehaut. Es kostete sie Überwindung, die ausgestreckte Hand zu schütteln.
»Lenah.« Absichtlich nannte sie lediglich ihren Vornamen, auch wenn es ein Leichtes war, ihren Familiennamen herauszufinden. Unbehaglich schielte sie auf die Uhr. Wo blieb Jace nur?
»Darf ich hier auf ihn warten?« Raphael hob fragend die Augenbrauen. »Ich verspreche auch brav zu sein, Lenah.«
Sämtliche Alarmglocken schrillten in ihrem Kopf. Einen Fremden in Jasons Appartement lassen? Das klang nach keiner guten Idee. Aber vielleicht war er ein Kunde?
»Ich ... ich rufe ihn vorher besser an.« Sie griff nach ihrem Mobiltelefon und zog es aus der Hosentasche.
»Misstrauen sie mir etwa?« Amüsiert erhellte ein Grinsen sein Gesicht. Ohne auf seine Frage einzugehen, wählte sie die Nummer ihres Geliebten.

»Eine ordentliche Portion Misstrauen ist durchaus angebracht.« Jasons dunkle Stimme hallte durch das Treppenhaus. Erleichtert ließ Lenah das Handy sinken und sah seiner hochgewachsenen Gestalt entgegen.
Wie jeden Tag hatte er das Treppenhaus genommen. Die Bewegung tat ihm nach Stunden im Büro gut und da schreckten ihn auch nicht die elf Stockwerke des Hochhauses ab.
»Wer sind sie? Reporter?« Jace schob seinen breiten Körper an dem fremden Mann vorbei.
»Warte bitte drinnen.« Er öffnete die Tür für Lenah. Sie nickte und verschwand in der Wohnung, froh dem seltsamen Fremden entkommen zu sein.
Erst danach wandte er sich Raphael zu. »Was wollen Sie hier?« Schärfe klang in seiner Stimme mit und er kniff die moosgrünen Augen zusammen.
Raphael ging nicht auf die Frage ein. »Jace also? Ihr scheint euch nahe zu stehen?« Er deutete auf die Tür, die Jason wieder zugezogen hatte.
»Ich hatte auch einmal eine Geliebte. Und jetzt ist sie tot.« Die Gelassenheit in seinem Gesicht wich bitterem Zorn.
»Und du hast sie auf dem Gewissen, ebenso wie deine Schwester, Meyer.«
Wenn Blicke töten könnten, wäre Jason in diesem Moment zu Staub zerfallen.

Copyright: Jennifer J. Grimm / Soultaker-Dämonenblut
Coverteaser #2 Jennifer J. Grimm

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