Donnerstag, 18. September 2014

Miez. Miez. Miez.



Ich habe bei einem Gewinnspiel gewonnen. Aber freuen Sie sich nicht zu früh für mich, denn der Gewinn war (unerwartet) Katzenfutter. 

Blöd nur, dass ich gar keine Katze habe. Eine gut Freundin von mir allerdings schon. 
Ich packte die Katzenfuttersnackbeutel in ein großes Briefkuvert, mit der Mission, dieses in den Briefkasten meiner Katzenfreundin einzuwerfen. Es sollte erwähnt werden, das meine Freundin in einem speziellen Stadtbezirk wohnt. Dieser besteht zur Zeit aus Umleitungen, Sperrschildern und Einbahnstraßen. Als Autofahrer lässt man da nicht nur Nerven, sondern Zeit- viel Zeit!
Nach einer gefühlten Reise durch „Mittelerde“, bog ich in ihre Straße ein. Die Parkplatzsituation war auch eine wiederkehrende Katastrophe, denn es gibt kaum welche. Das letzte Parkfeld sollte mir gehören. Sollte…

Entweder ist das Auto zu groß oder die Parklücke zu klein. Beim Einparkversuch Nummer eins, handelte es sich wohl um eine zu kleine Parklücke. Nach einigem Rangieren und Kurbeln am Lenkrad, hatte ich mich irgendwie schräg eingefädelt. Mit Schweiß betröpfelten, roten Kopf wollte ich das Briefkuvert in den Kasten schmeißen. Der schmale Briefkastenschlitz machte mir einen Strich durch die Rechnung. Auch mit Luft aus dem Papier pressen und roher Gewalt hat es nicht funktioniert. Was jetzt?
Dann eben Direktzustellung. Umkehren kam für mich nicht in Frage, dafür war der Weg zu beschwerlich. Ich klingelte an der Mietshaustür unter ihrem Namen >>Dingdong<< >>Dingdong<<. Keiner da.

Im Haus selbst war im Erdgeschoss ein frivoles Etablisment eingemietet. „Irgendwie muss man sich doch Zugang in das Haus verschaffen können?“, dachte ich mir und klingelte kurz um bei diesem Studio. Mir wurde die Haupttür elektronisch entriegelt, der Annahme wohl ausgehend, dass ich ein Interessent wäre. Schnell huschte ich durch den großen Erdgeschosshausflur. Als ich mich bereits im ersten Stock befand, hörte ich es unten nur Schimpfen. Man ist von einem Klingelstreich ausgegangen. Kann ja keiner wissen, dass ich nur Katzenfutter zustellen möchte. Dieses legte ich unter der Fußmatte meiner Freundin und hoffte, dass es von der richtigen Person in Empfang genommen wird.

Da ich der verärgerten Studiodame nicht über den Weg laufen wollte, musste ich schneller wieder draußen sein, bevor sie mich abfangen konnte. Hatte geklappt.
Im Nachhinein eine wirklich harmlose und witzige Anekdote, über die ich selbst gern schmunzel. Übrigens, der Katze hat es geschmeckt.
Manch einer von Ihnen würde wohl jetzt sagen: „Das beweist es wieder: Tue nichts Gutes, dann wiederfährt dir nichts Böses!“
Doch Böses ist mir nicht widerfahren. Manchmal verlässt man nur seine geliebte Komfortzone. 

In diesem Sinne „Miez- Miez- Miau“.
Herzlichst, Ihre Pia Kalm

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