Freitag, 6. März 2015

Eine kleine Geschichte

Es gab einmal einen kleinen Jungen, der lebte im Wald an seinem Lagerfeuer. Er sprach jeden Abend seine Gebete. Er hatte seinen Vater verloren und er hatte nur noch ein Zelt, an einem kleinen Bach und sein Freund war ein kleiner Fuchs. Er hatte bloß ein bisschen Wasser und Brot, das er erbetteln musste, Tag für Tag. Er war so allein, er war so traurig. Er war zart, klein und blond. Er hatte ein paar Sommersprossen auf der Nase. Er war wirklich noch sehr jung.
Der Junge war so allein und weinte..weinte…weinte. So traurig war er, dass er seinen Vater verloren hatte und vor langer Zeit seine Mutter. Er wusste nicht, wie er weiter Leben sollte ohne seinen Vater der ihm erklärte wie man im Wald aus Holz Häuser baut und wie man sich Unterschlupf bei Regen sucht. Am Tag ging er sich Nahrung suchen und jeden Abend zündete er sein Feuer an und wärmte sich seine Hände und Füße. Das Feuer gab ihm Kraft und Zuversicht und er hatte das Gefühl, dass es zu ihm spricht, dass er nicht alleine war und er im Feuer die Zukunft erkennen könne. Sonst tat er nichts. Er kämpfte bloß um sein Überleben. Bis er plötzlich in diesem Feuer eine alte Dame sah, die zu ihm sprach. Sie antwortete ihm in Gedanken klar und deutlich, stets in dem Feuer. Sie gab ihm Mut weiterzuziehen, nicht stehen zu bleiben und ermutigte ihn durch den Wald weiter zu ziehen. Obwohl er schon die Hoffnung aufgegeben hatten. Doch sie sprach immer intensiver zu ihm, er solle ihr folgen und den Weg gehen, den sie ihm nun mitteilen möchte. Und er schaute zur Seite und fand im Sand eine Wegbeschreibung, einen Hinweis wie er laufen musste um aus dem Tal der Tränen wieder heraus zu finden.
Eines Abends, als die Sterne leuchteten, nahm er sich seinen kleinen Rucksack und machte sich auf den Weg durch den Wald.
Mit jedem Schritt spürte er die Wärme der Frau in dem Feuer, die Hoffnung auf ein besseres Leben. Er ging einsam durch den großen Wald. Er lief Tage und Nächte an Bäumen vorbei und sonst sah er nichts.
Irgendwann nach 7 Tagen sah er eine Lichtung und hinter dieser Lichtung führte ein Weg aus dem Wald hinaus auf einer Wiese. Dort auf der Wiese  begegnete er einem Mann an einem Brunnen.
Er ging auf den Mann zu und er fragte ihn: „Herr wo bin ich hier“. Und der Mann sagte: „Mein Sohn, du bist auf dem richtigen Weg, lass mich dir Wasser und Brot geben und komm zu mir herein damit du etwas essen kannst und dich wärmen kannst und damit du nicht so alleine bist. Ich habe eine Kuh und ich habe Milch und ich habe andere Dinge, die dir Freude bereiten werden.“
Und er nahm ihn mit zu sich in seine Hütte an einem Berg. Und der Junge spürte zum ersten mal wieder Leben und Liebe und Großväterliche Liebe. Der Mann war alt, er hatte schon graue Haare, doch er nahm ihn bei sich auf. Und die beiden sprachen und er erzählte ihm alles. Wie traurig er war, seinen Vater verloren zu haben, dass er seine Mutter niemals kannte. Und der Mann hörte ihm zu. Er hörte ihm einfach zu, gab ihm ein Bett, gab ihm Spaß mit den Tieren und gab ihm Erklärungen für den Wald und gab ihm Ernährung und Wärme. Und sie freundeten sich an und der Junge begann dort zu arbeiten für den Mann. Und er arbeitete und sie wurden beide beste Freunde.
Die Jahre sind vergangen und  der Junge wurde älter und er wurde schöner und er wurde reifer. Und er blieb bei dem Mann und arbeitete für ihn.
Der Junge lernte im Dorf, das der Alte ihm zeigte, das weit weg war jedoch nicht unerreichbar mit dem Pferd, eine Frau kennen die er mit zu sich nahm und sie lebten beisammen. Sie lebten beisammen mit dem alten Mann.
Und eines Tages, als der junge Mann älter wurde und selbst eine Familie hatte, da begegnete ihm eine alte Frau. Und er sah sie wieder, er sah sie an. Er erkannte, dass es die Frau war, die ihm stets im Feuer die Botschaften mitgeteilt hatte. Sie sah gleich aus, sie hatte das selbe Gesicht. Und sie erinnerte ihn sofort an eine vertraute alte Großmutter mit grauen Haaren. Er sprach nicht mit ihr, er traf sie in der Stadt. Sie sahen sich an und er nickte nur. Und die Frau schien zu wissen, was er meinte und lächelte. Und er hatte ein warmes Gefühl im Herzen voller Dankbarkeit, dass sie ihm das Leben rettete. Er weißt nicht und wusste nie, woher diese Frau kam, wer sie war und wie sie ihm die Botschaften geben konnte. Aber er war sich sicher, dass es diese Frau gewesen ist. Und er schickte zum Himmel – zu den Sternen  - einen Kuss und einen Gruß, dass sie gesegnet sein sollte.
Und er lebte gesund und friedvoll bis an sein Lebensende.


Und wenn du im Leben nicht mehr weiter weißt, dich von allein verlassen fühlst, dann vertraue darauf, dass dir dein Leben immer ein Zeichen und einen Weg aufzeigen wird, der aus dem Wald hinausführt. Manchmal auf wundersame Weise.
Katharina

 



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